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23Dec/090

Kompetenz im Cinemaxx – Ich hätte es besser wissen müssen

Ich kenne die vielen Argumente, die gegen die Multiplex-Kinos a la Cinemaxx oder Cinestar ins Feld geführt werden. Zu teuer, zu unpersönlich, unfreundliches und uninteressiertes Personal, nur Mainstreamfilme, die angesprochene Zielgruppe auch eher unangenehm etc. Dem entgegne ich eigentlich immer "Ja, hm, mag alles sein, aber ich kann dort Filme auf vernünftigen Leinwänden sehen, und wenn man zu bestimmten Uhrzeiten hingeht, sind kaum andere Leute da, die einen nerven." Zumal es in Kiel auch kein anderes Kino gibt, in dem man aktuelle, mainstreamige Filme im Original gucken kann.

Neulich war ich allerdings soweit, den anderen Recht zu geben. Kino zu einem Drittel gefüllt, Film (d.h. die Werbung) fängt nicht pünktlich an. Fünfzehn Minuten nach der eigentlichen Anfangszeit die Ansage durch einen Mitarbeiter: "Der Film fängt in wenigen Minuten an, wir bitten um Ihr Verständnis." Kein Wort der Erklärung, keine Entschuldigung. Kann man so machen, geht aber auch anders. Nun gut. Zwanzig Minuten nach Beginn fängt die Werbung an. Der Ton extrem leise, was bei der Werbung nicht weiter stört (und mir die Gelegenheit gibt, zu beweisen, dass ich die KN-Online Werbung fast wortwörtlich mitsprechen kann), sich aber natürlich auch bei Trailern und Filmanfang fortsetzt. Außerdem stimmt das Bildformat nicht, was mir schon an der in die Länge gezogenen Schrift der "Dieser Film ist urheberrechtlich geschützt bla bla bla"-Texttafel auffällt. Kurz darauf erscheint der schon oben genannte Mitarbeiter und dreht den Ton soweit auf, dass man tatsächlich etwas verstehen kann. Um den falsch projezierten Film kümmert er sich nicht und verschwindet wieder.

Ich bin ihm dann hinterher gelaufen und habe ihn auf das falsche Format hingewiesen, was mit einem "Ach echt?" kommentiert, dann aber schnell korrigiert wurde. Mich stört gar nicht so sehr diese Ignoranz, sondern auch, dass es offenbar keinem anderen Zuschauer außer mir und meiner besseren Hälfte aufgefallen ist. Abgeschnittene Köpfe mögen ja als Stilmittel in bestimmten Independentfilmen vorkommen (und in vielen Horrorfilmen), aber auch Menschen, die selten Filme sehen, sollten merken, dass an hier irgendetwas falsch ist. Andererseits ein schönes Beispiel dafür, dass angebotene und erwartete Leistung wunderbar zusammen passten.

Und der Film war auch noch schlecht. Gnaaa.